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Projektvorschlag | Bewerbung um Mitarbeit beim Verein Wiener Jugendzentren

Liebe Ilkim Erdost,

Wir haben und vor ein paar Jahren in der VHS Ottakring kennengelernt, als Du dort Direktorin warst und ich als Mitarbeiter von Ernst Schmiederer im Rahmen einer unserer »HÖRT ZU!«-Lese- und Diskussionsveranstaltungen zu Dir ins Haus gekommen bin.

Der Grund warum ich an Dich und den Verein Wiener Jugendzentren herantrete ist, dass ich mich mit einem Projektvorschlag als Mitarbeiter bei Euch bewerben möchte.
Es ist mir persönlich überaus wichtig, an einer in meinen Augen guten und wichtigen Sache mitzuarbeiten. In diesem Kontext ist es für mich aber dann eher nebensächlich, an welcher konkreten Stelle ich das (vorerst) mache.

Grundsätzlich bin ich relativ breit aufgestellt. Bin gelernter Möbeltischler, der in Rahmen seiner Lehre auch eine veritable Hausmeister-Ausbildung genossen hat und sich bis heute gerne mal die Hände schmutzig macht.
Später habe ich Geschichte und Politik studiert und kann in Kombination mit meinen beruflichen Erfahrungen heute alle möglichen Tätigkeiten in den Bereichen Medienarbeit & Kommunikation, Content-Produktion (Foto und Text wie nix, Video auch, mit Raum nach oben) und Administration und mehr erledigen. Zusätzlich habe ich an der Uni Graz eine 8 ECTS-Ausbildung in Social-Media-Management absolviert. Zu schade bin ich mir für kaum etwas.

Meine Vorstellung sieht idealtypisch so aus, dass ich berufsbegleitend das Kolleg für Sozialpädagogik in Floridsdorf besuchen möchte/würde, weil ich die Möglichkeit haben möchte, auch fachlich mit Youngsters arbeiten zu können.

Dass ich das kann und mag weiß ich, aus mehreren Gründen.

  • Zum einen, weil ich mich schon immer gut mit jungen Menschen verstehe und über viele Jahre in Blinklicht-Workshops mit ihnen gearbeitet habe, was mir eine große Freude war.
  • Außerdem habe ich Rahmen meiner redaktionellen Tätigkeit über 4.000 autobiographische Erzählungen junger Menschen bearbeitet und habe einen breiten Überblick darüber, was sie beschäftigen kann.
  • Nicht zuletzt war ich ab dem sechsten Lebensmonat unseres Sohnes für zwei Jahre lang in Karenz. In den darauf folgenden Jahren hatte ich innerfamiliär die klassische soziale Rolle der teilzeitbeschäftigten Hausfrau und Mutter inne und war für den überwiegenden Anteil der alltäglichen Betreuungs- und Erziehungsarbeit zuständig … was eine der gewinnbringendsten Entscheidungen meines Lebens war.

Ganz zentral ist meine Bewerbung mit einem Projektvorschlag verbunden, der im Sinne Eurer Vereinstätigkeiten, aber auch im weiteren gesellschaftlichen Kontext, Innovation und Mehrwert verspricht.

Community-Fotografie | Visual History of the Present

Ich spreche von einer strukturierten fotografischen Dokumentation Eurer Vereinsarbeit. Nicht in Symbolbildern, wie wir sie aus der PR- oder Pressefotografie kennen, sondern in visuellen Essays im Stil der klassischen, humanistischen Fotoreportage (vgl. hier, hier und hier).

Und von einem institutionalisierten Workshop für dokumentarische Fotografie für Eure Klienten, der an der Schnittstelle von konventionellem Medienkompetenztraining, foto-therapeutischen Ansätzen und gesellschaftspolitischer (humanistischer) Community-Fotografie verortet ist.

Ich selbst habe im In- und Ausland dokumentarfotografisch gearbeitet, bildwissenschaftlich geforscht und (vom FWF gefördert) publiziert. Mein Vorhaben ist, jungen Menschen fotografische Techniken zu lehren, das Konzept der humanistischen Fotoreportage nahe zu bringen und sie dann loszuschicken, um ihre spezifischen Lebensrealitäten zu dokumentieren.

  • Ein solcher Workshop ist für Jugendliche in jedem Fall eine Mehrwert schaffende Freizeitgestaltung und eine Einführung in eine in unserer Welt essenzielle Medientechnik.
  • Darüber hinaus profitieren Jugendliche von erwiesenermaßen sinnstiftenden, psychohygienischen und therapeutischen Effekten einer eingehenden Beschäftigung mit der fotografischen Methode und werden zur Deutungshoheit über ihre eigenen Umstände ermächtigt.
  • Abgesehen von diesen individuellen Effekten schafft das Projekt aus der gesellschaftspolitischen Perspektive der Community-Fotografie Zugang zu und Einblick in soziologische Milieus die uns sonst wohl verschlossen bleiben würden. Es generiert über die Jugendarbeit hinausgehenden Mehrwert, in dem es die Wiener Gesellschaft an den Grassroots sichtbar und begreifbar macht.
  • Beide Teilbereiche dieses Projektvorschlags sind auf vielfältige Weise im Rahmen der MAKOMM- Aktivitäten des Vereins verwertbar. Außerdem akkumulieren sie signifikante Visual History, was gemeinhin im Trubel der Herausforderungen der Gegenwart zu wenig gewürdigt und erst wenn es zu spät ist als Defizit erkannt wird.

Weil ich weiß, dass man für derartiges selten dezidierte Headcounts schaffen kann bin ich gerne bereit Euch parallel den Haustischler zu machen, oder dort mit anzupacken wo auch immer ich mich nützlich machen kann.

Ich freue mich wenn Du meinen Vorschlag in Erwägung ziehst, wir darüber in ein erstes Gespräch kommen und stehe dafür jederzeit bereit!

Beste Grüße,
Marco Büchl